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Donnerstag, 2. April 2009, 19 Uhr

Griot Girl

Vortrag und Screening
mit Ina Wudtke

Dem bekannten Begriff des Riot Grrrl, der im Kunstzusammenhang auf feministische Kunst im Rock- und Punkkontext verweist, möchte ich den selbst formulierten Begriff des Griot Girlz entgegensetzen.
Griot Girlz stehen ebenfalls für feministische Kunst, jedoch stehen sie im Kontext von Musik mit "afrikanischen Wurzeln" (Hip Hop, Jazz, Drum & Bass etc). Das Wort "Griot" wird meist in der Ethnologie verwendet und bezeichnet in oralen afrikanischen Kulturen die Personen, die die Geschichte des Stammes bewahren und mündlich überliefern. Griot Girlz erzählen eine Geschichte, oft aber nicht nur in gedächtnisstützender Technik wie dem Reim oder dem Rap.
Die Ausdrucksformen, Kontexte und Sprachen von traditionell "weißen" musikalischen Szenen werden in der Kunst problemlos aufgenommen. Ich denke dabei an immer wiederkehrende Bezüge von Kritikern und Theoretikern zu Musikern wie Bob Dylan - Bezüge, die z.B. von Diedrich Diederichsen in Eigenblutdoping gleichzeitig dekonstruiert und umarmt werden; und an solche in Artikeln und Ausstellungen zu Künstlerinnengruppen wie Chicks on Speed, die sich in der Tradition von Riot Grrrl und weltweiten Ladyfesten situieren; den gemalten Punk Attitüden von Daniel Richter; Dan Grahams Rock My Religion; oder dem deutschen "Welle-Kitsch" im Werk von Jonathan Meese.
Beim Anblick von Kunst, die sich auf die Tradition der afrokaribischen Diaspora bezieht, scheint die zeitgenössische kontinental-europäische Kunst jedoch noch immer sprachlos, da fehlen die Worte und vor allem der kulturelle Bezug. (Ina Wudtke)

Ina Wudtke (geboren 1968), lebt und arbeitet seit 1998 in Berlin.
Künstlerin, Kuratorin, Herausgeberin von NEID Magazina und DJ
. Ina Wudtke ist auch bekannt als DJ T-INA Darling und ist Mitgründerin und Mitglied des all female broken beats DJ MC Kollektiv Femmes With Fatal Breaks.
Sie kuratierte verschiedene internationale Gruppenausstellungen, wie Femmes 'R' Us, Radialsystem V, Berlin 2008 (mit Christine Lang), A Portrait of the Artist as a Researcher 2.0, Beursschouwburg Brüssel 2008 (mit Dieter Lesage)und A Portrait of the Artist as a Researcher, freiraum/quartier21 MuseumsQuartier Wien 2007 und <representin'>, Gallerie im Parkhaus Berlin 2002.
Sie hatte Einzelausstellungen in u.a. AiR base, quartier21, MuseumsQuartier Wien 2007, Studio Voltaire, London 2007, Galerie Meerrettich im Glaspavillon an der Volksbühne, Berlin 2007, Galerie Liquidacion Total, Madrid 2004, ATA Center for Contemporary Art, Sofia 2002.
Sie bekam verschiedene Stipendien (u.a. DAAD Stipendium New York 1995, Hoppe-Ritter Kunstförderung 1997, Auslandsstipendien Istanbul 2002 und London 2007 der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin).
Sie studierte Kunst an der Hochschule für bildenden Künste Hamburg, bei Bernhard Johannes Blume, Dörte Eißfeldt, H.J. Lenger, Clegg & Guttman u.a.